Bestimmt jeder hat wenigstens einmal den Spruch „Ich kenne meine Pappenheimer“ gesagt oder gehört. Schiller legte diesen seinem Wallenstein im gleichnamigen Werk in den Mund und meinte damit, das Regiment Pappenheim unter Führung seines Marschalls Gottfried Heinrich zu Pappenheim. Ob der Ausruf letztendlich daher rührt, oder doch aus dem kleinen würtembergischen Ort Pappenheim stammt, sei dahin gestellt. Ich halte es dann doch lieber mit Schiller.
Dieser Marschall Pappenheim erblickte am 08.Juni 1594 das Licht der Welt, als der 30-jährige Krieg noch fern war. In diesem kämpfte er für die katholische Liga und Kaiser Ferdinand II., sein Befehlshaber war kein geringer als Wallenstein.
Über sein frühes Leben ist so gut wie nichts bekannt. Interessant ist aber, dass er protestantisch getauft war. Sein Vater war Protestant, seine Mutter Katholikin und in diesem Glauben versuchte sie den Sohn nach dem Tode des Vaters auch wieder zu erziehen. Allerdings war dieser erste Versuch nicht gerade von Erfolg gekrönt, da sie wieder einen Protestanten heiratete und sichder Katholizismus vorerst wieder erledigt hatte.
1616 konvertierte der junge Pappenheim schlußendlich doch zum katholischen Glauben und wurde Reichshofrat am Hof von Maximilians Vorgänger. Als 1618 der Krieg ausbrach, entschied er sich, seine zivile Karriere aufzugeben und sah seine Berufung in der militärischen. Durch den Tod Kaiser Matthias‘ wurde er von seinem Amt entbunden und konnte sich nun dem neuen Weg widmen.
Sein erster Versuch, sich bei einem kaiserlichen Infanterieregiment zu bewerben wurde rundweg abgelehnt, wenig später wurde er aber Rittmeister bei der katholischen Liga und erhielt auch sofort den Auftrag, ein 200 Mann starkes Kürassierregiment auszuheben welches dann innerhalb küzester Zeit nach Inglolstadt zu führen war.
Während der Schlacht am weißen Berg erlitt er schwere und schwerste Verletzungen, die er nur überlebte, da er unser seinem PFerd eingeklemmt war, welches die Kälte von ihm abhielt. Am folgenden Tag brachte man ihn in die Stadt und versorgte ihn nach Regeln der damaligen Kunst.
Am weiteren Kriegsgeschehen konnte er vorerst nicht teilnehmen, beteiligte sich aber an der Verfolgung des protestantischen Feldherren von Manstein. Infolge der Spätfolgen seiner schweren Verletzung vom „weißen Berg“ reichte er mehrere Rücktrittsgesuche ein, Herzog Maximilan von Bayern, Oberhaupt der katholischen Liga, hielt an ihm fest, ernannte ihn zum Obristen und Kaiser Ferdianand II. schlug ihn 1623 auch noch zum Ritter.
Kurzfristig diente er den Spaniern gegen Frankreich und kehrte 1626 in bayrische Dienste zurück, wo er maßgeblich an der Niederschlagung des oberösterreichischen Bauernaufstands beteiligt war.
Nachdem der dänische König bei Luttern vernichtend geschlagen wurde, galt es nun, Wolfenbüttel von den Dänen zurück zu erobern. Die Leitung übertrug man Pappenheim, im August sollte die Rückeroberung erfolgen, allerdings mangels Verfügbarkeit einer ausreichenden Soldateska, hätte sich eine Belagerung zu lange hingezogen. Als es auf den Winter zuging, war Wolfenbüttel immer noch in der Hand der Dänen. Dann gelang Pappenheim ein Husarenstreich, er staute die an Wolfenbüttel liegende Oker an und überflutete die Stadt, dieser blieb gar nichts anderen übrig, als sich zu ergeben.
So ein Sieg stärkt natürlich auch das eigene Ego. Pappenheim streckte die Hände nach dem Fürstentum Wolfenbüttel-Braunschweig aus, wogegen sich Maximilian von Bayern vehement wehrte, wollte man sich nicht einen zweiten Wallenstein vor die Nase setzen lassen. Pappenheim wurde jedoch im Zuge seiner Verdienste zum Reichsgrafen ernannt und 3 Jahre später zum Feldmarschall ernannt.
Nach der Ankunft des Schwedenkönigs begann Pappenheim mit der Belagerung des protestantischen Magdeburg. Nicht lange danach kam auch Tilly vor der Stadt an so dass diese komplett eingeschlossen war. Was dann passierte ist an Grausamkeit kaum zu übertreffen, auch Pappenheims Truppen waren an den Massakern beteiligt.
Der Begriff „magdeburgisieren“ hielt Einzug in die deutsche Sprache und gilt als Synonym für die völlige Zerstörung. Nur wenige überlebten die Eroberung Magdeburgs durch die katholische Liga.
Es folgte ein wenig erfolgreicher Feldzug in Thüringen bevor er mit Tilly Richtung Sachsen weiter zog.Hier lieferte er sich in der Nähe von Leipzig kleinere Scharmützel mit den Truppen des Schwedenkönigs die ihr Lager in der Nähe hatten. Diese Scharmützel drängten Tilly wiederum in eine offene Feldschlacht in der die kaiserlich-ligistischen Truppen vernichtend geschlagen wurden, Pappenheim konnte mit seinen Truppen nur den den Rückzug Tillys decken.
Als die schwedischen Truppen bereits bis zum Rhein vorgestoßen waren, gestattete man Pappenheim in deren Rücken weiter zu agieren. Plündernd und brandschatzend zog er Richtung Westen, Städte wie Paderborn öffneten im lieber freiwillig die Tore. Dortmund verweigerte sich und wurde belagert, als in der Stadt ein Brand aufgrund des Beschusses ein Brand ausbrach, verhandelte man schließlich und gegen ein Lösegeld, wurde sogar auf das Niederbrennen der Stadt verzichtet.
Eine weitere Niederlage zog er sich in Maastricht zu und zog sich wiederum plündernd und brandschatzend zurück.
im November 1632 Wallenstein beorderte ihn ins Winterquartier nach Halle nachdem er sich mit der Hauptstreitmacht wieder vereint hatte. Mit großen Truppenteilen und der kaiserlichen Reiterei marschierte Pappenheim los. Dies blieb natürlich dem Schwedenkönig nicht verborgen und er rüstete zur Schlacht. Wallenstein wieder rum versuchte die Truppen zurück zur Hauptstreitmacht zu rufen und schickte Eiboten Pappenheim hinterher.
Pappenheim schaffte es nicht mehr zurück und musste sich der Schlacht stellen. Bei Lützen trafen die Heere aufeinander. Zunächst konnte Pappenheim sich gegen die Schweden durchsetzen und sein Einsatz hätte schlachtentscheidend sein können, wäre er nicht schwer verletzt worden. Als seine Reiterei den Marschall fallen sah, kam Panik auf, diese verhinderte auch im weiteren Schlachtverlauf geordnete Schlachtreihen und einen möglichen Sieg.
Pappenheim brachte man nach Leipzig. Dieses mal hatte er nicht so viel Glück wie bei der Schlacht am „weißen Berg“. Er verstarb am 17. November 1632 an den Folgen seiner Verwundung.
A.
