Die erste Präsidentschaftskandidatin

Heute vor 87 Jahren, am 09.06. 1927 starb Victoria Claflin Woodhull Martin.  Eine wirklich bemerkenswerte Frau. Als Sie am 23.09.1832 das Licht der Welt erblickte, sah Ihre Zukunft nicht wirklich rosig aus. Als Kind armer Eltern musste Sie schon im Kindesalter zum Unterhalt mit beitragen. So arbeitete Sie als Hellseherin. Wie gut sie in Ihrem Job war, weiß ich  nicht zusagen.

Bereits mit 15 heiratete sie das erste mal. Ihr Mann, war Alkoholiker und sie musste weiterhin für den Unterhalt sorgen, dieses mal  nicht mit der  Hellseherei, sondern mit Schauspielerei.  Nach 11 Jahren Ehe ließ sie sich von Ihrem alkoholkranken Mann scheiden. In meinen Augen beging sie damit für die damalige Gesellschaft schon einen Fauxpas. Zunächst ging sie auf Reisen mit einem gewissen James H. Blood, den sie dann auch heiratete.

Ihr weiterer Weg führte sie nach New York wo sie auf Ihren großen Gönner und Förderer traf. Dieser war kein geringer als Cornelius Vanderbilt, der ihr den Weg an Wall Street ermöglichte. Man stelle sich ein von Frauen geführtes Maklerbüro im späten 19. Jahrhundert vor und man höre und staune, die Dame war auch noch recht erfolgreich. Doch damit nicht genug, umtriebig wie sie war, gründete sie auch noch eine Zeitschrift „Woodhull and Clafins weekly“. Man sollte nun meinen, das sei für die damalige Gesellschaft alles schon schockierend genug gewesen sein, setzte sie mit Ihren Themen dem ganzen noch die Krone auf. So veröffentlichte sie u.a. Artikel zum Thema Gleichberechtigung der Frau, sowie freier Liebe und was damit einher ging. Auch scheute sie sich nicht, Vorträge zu diesen Themen zu halten. Eine mutige Frau in einer Zeit, in der Frauen eigentlich recht wenig  zu sagen hatten.

Der eigentliche Supergau in den Augen dieser von Männern dominierten Welt kam aber im Jahr 1872. Victoria Woodhull wurde als Präsidentschaftskandidatin nominiert, zu einer Zeit, in der der Kandidat nicht nur das Mindestalter von 35 haben musste, welches sie noch nicht erreicht erreicht hatte, sondern Frauen nicht einmal das Wahlrecht besaßen und natürlich von einer Kandidatur ausgeschlossen waren. Das man sie nicht aufgrund in Ihrer Ambitionen gleich in eine Anstalt verfrachtete scheint verwunderlich. Vielleicht war sie inzwischen aber auch zu mächtig und zu berühmt und auch ihr Gönner hat sicherlich durch seinen Einfluss dazu beigetragen. Aber das ist nur meine Meinung.

Nach dem Tod ihres Förderers ließ sie sich in England nieder.Auch hier war sie wieder als Verlegerin tätig und gab gemeinsam mit Ihrer Tochter die Zeitschrift „Humanitarian“ heraus. Diese Zeitschrift beschäftigte sich vorrangig mit Sozialen Fragen und der Eugenik.

Im Alter von 45 Jahren heiratete sie erneut. Ihr neuer Mann war als Banker nicht ganz unvermögend und nach seinem Tod zog sie sich auf das gemeinsame Landgut zurück, auf welchem sie ein Frauenhaus errichtete.

Am 09.Juni 1927 starb diese bemerkenswerte Frau im Alter von 89 Jahren in Tewksbury, England.

A.

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