Der Kaiser im Kyffhäuser

Heute ist es genau 825 Jahre her, dass Kaiser Friedrich I., den Tod auf dem Weg ins Heilige Land fand. Seit dem ruht er der Legende nach im Kyffhäuser um eines Tages das Reich zu retten und zu neuer Herrlichkeit zu führen. Erinnert irgendwie an einen anderen großen König, der in Avalon darauf wartet ein anderes Reich zur neuer Herrlichkeit zu führen.

Wer ist dieser Kaiser, der heute noch zu polarisieren versteht. Friedrich kam um ca. 1122 als Sohn des Schwabenherzogs Friedrich II. auf die Welt. Wie alle adligen Sprößlinge erlernte er das Kämpfen, die Jagd und vor allem Reiten. Lesen und Schreiben wurde keine Bedeutung beigemessen, schließlich gab es ja den Klerus, der sich mit Schrift und Sprachen beschäftigte. So war Friedrich Zeit seines Lebens weder des Lesens noch Schreibens mächtig und Latein sprach er auch nicht.

Mit dem Tod des letzten salischen Königs Heinrich V. bewarb sich Friedrichs Vater, Friedrich II., Herzog von Schwaben, als dessen Nachfolger, wurde aber von den Reichsfürsten abgelehnt. Stattdessen wurde Lothar III., Herzog von Sachsen zum König gewählt. Dieser wiederum war mit einem Gegenkönig geschlagen der später zum König des römisch deutschen Reiches wurde, Konrad, Herzog der Franken aus den Geschlecht der Stauffer, ein Onkel von Friedrich. Dieser besuchte fleißig die Hoftage Konrads und knüpfte Kontakte.

Bevor Konrad starb, bereitete er noch die Nachfolge seines Sohnes vor. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen, in Frankfurt wählten die Fürsten am 04.03.1152 den Stauffer Friedrich III., Herzog von Schwaben, zum König, so wurde dieser König Friedrich I. Es ist anzunehmen, dass dies nicht ganz ohne Zugeständnisse seitens des Stauffers zugegangen sein kann, so könnte z.B. die Unterstützung Heinrich des Löwen, Herzog von Sachsen mit dem Herzogtum Bayern geködert worden sein, aber letztendlich zählt das Ergebnis. Ein paar Tage später, am 09. März 1152 erfolgte die Krönung an exponierter Stelle, in Aachen.

Begleitet auf seinem Königsritt von Frankfurt nach Aachen wurde Friedrich u.a. von seinem Vetter, Heinrich dem Löwen. Ehemalige Gegner des alten Königs wurden unter Friedrich zu engen Vertrauten, u.a.  der Löwe und ein anderes bedeutendes Geschlecht welches nun ins Licht trat, die Wittelsbacher. Natürlich gab es noch einige andere, wieder andere verloren an Einfluss, aber das würde an dieser Stelle zu weit führen.

Noch im gleichen Jahr belehnte Friedrich den Löwen mit der Reichsvogtei Goslar und den dazugehörigen Silberminen. Es folgten weitere Vergünstigungen, was, wie nicht anders zu erwarten den Unmut einiger anderer Fürsten zu Tage förderte.

Im Zuge im Schismas von 1130 hatten sich die Normannen Sizilien angeeignet und nach den Schisma auch behauptet. Sehr zum Leidwesen des Papstes und Königs Friedrichs, der inzwischen  Ambitionen zur Kaiserwürde zeugte. Schließlich wurde der Süden Italiens dem Verständnis nach zum Imperium gezählt. Hierin zumindest waren sich Papst und König einig. Es galt die Normannen zu beseitigen und die Ehre der Kirche zu verteidigen.  Im Gegenzug zur Unterstützung sollte Friedrich die Kaiserwürde erhalten.

Auf dem Weg nach Rom kam es zu Konflikten mit Mailand. Auch die Römer waren dem Kaiser nicht unbedingt wohlgesonnen und bliesen nach der Krönung in St. Peter zum „Sturm“. Die Angriffe der Römer nach der Krönung konnten abgewehrt werden und wieder einmal war es der Löwe, der sich hier hervor tat, den Kaiser zu schützen. Der Italienfeldzug wurde abgebrochen und es ging zurück in den Norden. Und noch etwas machte Friedrich wahr, der Löwe bekam das Herzogtum Bayern.

1156 fand die Hochzeit mit Beatrix von Burgund statt. Sie schenkte etlichen Kindern das Leben und sorgte für den Bestand der Dynastie. Die Ehe währe 28 Jahre.

Es folgten weitere Feldzüge, ein neues Papstschisma und 1169 krönte Friedrich seinen erst vierjährigen Sohn zu König  Heinrich IV.

Wiedereinmal stand ein Italienfeldzug an und Friedrich forderte die Unterstützung seiner Fürsten ein, doch einer verweigerte die Gefolgschaft, Heinrich der Löwe. Der Kaiser soll den Löwen sogar auf Knien angefleht haben, aber der Löwe lehnte ab. Er wollte sich nur beteiligen wenn er das Lehen Goslar und die dazugehörigen Silberminen überschrieben bekäme, das wiederum lehnte der Kaiser ab. So zog der Kaiser ohne den Löwen über die Alpen und erlebte ein Fiasko.

Nachdem der Löwe mehre Einladungen zum Hoftag ausschlug wurden ihm in einem Urteil die Reichslehen entzogen und neu verteilt. So fiel Bayern an die Wittelsbacher und blieb es bis zum Schluss. Dem Löwen blieb zwar Braunschweig, er musste aber für 3 Jahre ins Exil. 1184 auf dem Mainzer Hoffest bat der Löwe um Begnadigung, diese wurde allerdings durch die Fürsten abgelehnt.

Zum Ende der 80iger Jahre des 12 Jhds. schwor Friedrich die Seinen auf einen Kreuzzug ein, inzwischen war er 56 Jahre alt. Im Mai 1189 zog Friedrich auf seinen letzten Kreuzzug. Es sollte eine Reise ohne Wiederkehr sein, am 10. Juni 1180 ertrank der Kaiser im kleinen Fluss Saleph in Kleinasien.

Den Beinamen Barbarossa erhielt er erst später, aber seitdem ruht er im Kyffhäuser und wartet auf seine Zeit der Wiederkehr. Eigentlich war er kein herausragender Kaiser und dennoch er er zum Mythos geworden, die Nachwelt hat ihn dazu gemacht, den Kaiser m roten Bart – Barbarossa.

A.

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