1897, am 24. Juli kommt in Atchinson (Kansas) Amelie Earhart zur Welt.
Man kann wohl sagen sie war kein typisches Mädchen Ihrer Zeit, schon als Kind nicht. Mit Ihrer Vorliebe für das Klettern und Jagen hätte sie wohl einen besseren Jungen abgegeben. Mit dem Älterwerden interessierte sich die junge Amelie auch eher für Männer- als für Frauenberufe.
Die Highschool schloss sie mit Auszeichnung ab und trotz Ihres Interesses für Männerberufe arbeitete sie zunächst als Krankenschwester und Sozialhelferin. Sie sammelte ein paar Jahre berufliche Erfahrungen, ehe sie ihr Studium der Medizin begann, merkte aber schnell das dies nicht das war, was sie sich für Ihr Leben vorstellte, und brach das Studium ab.
Als Sie 1920 das erste mal in einem Flugzeig mitfliegen durfte, war Ihre Leidenschaft geboren. Sie wusste nun was sie wollte, fliegen! Von nun an arbeitete sie hart an ihrem Traum. Die Fluglizenz war teuer und von ihren Eltern konnte sie keine finanzielle Hilfe erwarten. Also arbeitete sie in verschiedenen Jobs und sparte sich die Lizens und ein erstes eigenes Flugzeug im wahrsten Sinne des Wortes vom Munde ab.
Nach der Trennung Ihrer Eltern verkaufte sie ihr Flugzeug und ging mit ihrer Mutter. Die beiden zogen an die Ostküste und Amelia arbeitet zunächst als Lehrerin und später auch wieder als Sozialarbeiterin.
Erste Berühmtheit erlangte sie bei ihrem ersten Transatlanikflug, aber nicht als Pilotin sondern als erste Passagierin, ein Novum, schließlich war die Passagierfliegerei noch nicht erfunden 😉
1929 gründete sie mir vier anderen Pilotinnen den Club der Neunundneunzig. Die vier Damen wollten mit ihrem Engagement die Stellung der Frau stärken, ich denke mal, nicht nur in der Luftfahrt. Zwei Jahre später erhörte sie ihren Verehrer, den Verleger Geroge P. Putnam. Sie heirateten und vereinbarten eine offene Ehe, da sich Amelia in ihrer Leidenschaft für das Fliegen nicht einschränken wollte.
1932, nur 5 Jahre nach Charles Lindbergh, überquerte sie zwar nicht als erste Person, aber als erste Frau den Atlantik. Wie Lindbergh im Alleinflug. Allerdings konnte sie dem schlechten Wetter nicht ganz trotzen, hinzu kamen noch technische Probleme. Aus diesen Gründen wurde sie in Irland bei Londonderry zur Landung gezwungen und erreichte nicht wie geplant Paris.
Ihre durch die Fliegerei erlangte Popularität nutzte sie aber auch um Frauen den Weg in die Fliegerei und an technische Hochschulen zu ermöglichen. Mit ihren Rekordflügen trat sie den Beweis an, dass eben auch Frauen technische Höchstleistungen erbringen können, denn einfach war das Fliegen auch damals nicht.
Nur 3 Jahre nach ihrem Flug über den Atlantik, wagte sie sich an den Pazifik. Zunächst nur Streckenweise, so z.B. von Honolulu nach Oakland.
1937 kurz vor ihrem 40. Geburtstag startete sie in Ihr größtes Abenteuer, es sollte ein Abenteuer ohne Wiederkehr werden. Amelia plante eine Weltumrundung auf dem Äquator. Nachdem sie bereits ein dreiviertel der Strecke hinter sich gebracht hatte, lag nur noch der Pazifik zwischen ihr und ihrem wohl größten Erfolg. Von Neuguinea startete sie am 02. Juli 1937 in Richtung Howlandinsel. Dort sollte noch ein Zwischenstop stattfinden. Da Insel ist nicht besonders groß und deshalb plante man, per Funkpeilung die Insel anzufliegen. Extra zu diesem Zweck positionierte sich die SS Itasca dort. Das Schiff sollte auf den Funkverkehr des Flugzeugs reagieren, allerdings soll Amelia Earhart mehrfach gemeldet haben, dass sie keine Signale empfangen kann. Irgendwann riss der Funkverkehr dann ganz ab.
Der Navigator hatte kurz vorher noch die Standort-Koordinaten durchgegeben, dann war das Flugzeug nicht mehr zu erreichen. Auf der Howlandinsel ist es nie angekommen. Nicht lange nach dem Abbruch des Funkverkehrs begann die bislang größte Suchaktion der Luftfahrtgeschichte. Kriegsschiffe und Flugzeuge waren im Einsatz uns suchten verzweifelt nach dem Flugzeug und seiner Besatzung – ohne Erfolg. Zunächst wurden Amelie Earhart und ihr Navigator für „verschollen“, ein Jahr später für tot erklärt.
Bis heute suchen Expeditionen nach dem Wrack, gefunden wurde es nie. Wahrscheinlich ist es über dem Pazifik ins Meer gestürzt und liegt in der Tiefe des Meeres.
Es gibt aber auch eine andere These. Das Flugzeug konnte in der Nähe von Nikumaroro, damals Gardner Island, notwassern und sie konnten sich auf die Insel retten. Dafür sprechen Funde die 1940 auf dem Eiland gemacht wurden, ein Skelett, vermutlich weiblich, welches allerdings heute nicht mehr auffindbar ist sowie Schuhe aus den 30er Jahren wie sie auch Amelie Earhart trug. Auch weiter Fundstücke lassen den Schluss zu, dass eine Frau sich auf der Insel aufhielt, aber ob es wirklich Amelie Earhart war, werden wir wohl nicht mehr erfahren.
Dennoch eine bemerkenswerte Frau mit viel Mut, die nicht nur ihre Leidenschaft lebte, sondern auch für Frauenrechte und die Frauenbildung kämpfte.
A.
