Am 21.08.1526 erschallt der Ruf „Land in Sicht“. Vor dem Schiff erstrecken sich 2 fast parallele Inselketten. Ein Paradies. Alonso de Salazar ist der erste Europäer, der diese Atolle zu Gesicht bekommt. Nur 3 Jahre später erreicht ein weiterer Spanier das Inselparadies. Aber bleiben möchte keiner. Spanien erhebt keine Ansprüche auf die Inseln, so dass diese noch fast zwei Jahrhunderte, von Europäern unbeachtet, ein Paradies bleiben dürfen.
Erst im Jahre 1788 setzt erneut ein Europäer einen Fuß auf die Inseln. Es ist der Brite John Marshall, nach ihm werden die Inseln später auch benannt. Otto von Kotzbue wird sie später kartographieren. Vorbei war es mit dem Paradies.
Nun eroberten Missionare die Inseln, die bauten Schulen, von deutschen Kaufleuten wurden Kokosplantagen angelegt und 1865 ließ sich gar eine deutsche Handelsgesellschaft auf den Inseln nieder und nur ein Jahr später beanspruchte der kaiserliche Kommissar Wilhelm Knappe die Hoheitsrechte für das deutsche Kaiserreich. Seit 1906 gehörten die Inseln dann auch offiziell zum Teil der Kolonie Deutsch -Guinea.
Doch der Traum von den Atollen im Pazifik war schnell ausgeträumt, im Zuge des ersten Weltkriegs eroberten die Japaner die Inseln und errichteten dort Militärbasen. Nach dem Krieg verlor Deutschland ohnehin seine Kolonien, nicht nur im Pazifik und Japan wurde im Rahmen eines Mandats vom Völkerbund mit der Verwaltung der Inseln betraut.
Auch vom II. Weltkrieg wurden die Inseln nicht verschont. Strategisch günstig gelegen erfolgte ein Angriff der USA auf eines der Atolle und wurde durch die Amerikaner erobert. Es sollten weitere folgen. Wieder wurde eine Militärbasis errichtet, dieses Mal durch die Amerikaner und wieder wurde eine fremde Macht mit der Verwaltung betraut, dieses mal durch die Vereinten Nationen.
Der Höhepunkt wurde 1979 als die USA auf dem Bikini-Atoll ihre Atomtests durchführten. Nachdem die Bevölkerung nach Abschluss der Tests wieder zunächst wieder auf die Inseln des Atolls zurück durfte, wurden sie später aufgrund hoher radioaktiver Messwerte endgültig umgesiedelt.
Im selben Jahr wurden die Marshall-Inseln unabhängig und 1986 trat das Assoziierungsabkommen mit den USA in Kraft. Vollständige Unabhängigkeit, auch nach internationalem Recht erreichten die Inseln 1990. Damit endete auch der Schutzauftrag der USA, Schutzauftrag erhält allerdings vor dem Hintergrund der Atomtests eine ganz neue Bedeutung. Weder Mensch noch Natur wurden hier geschützt und die betroffenen Inseln sind für lange Zeit nicht mehr bewohnbar.
Wenn die Marshall-Insel sich etwas wünschen könnten, ob sie sich dann wohl wünschten, sie wären nie entdeckt worden?
A.
