Die ungeliebte Königin

Sie ist jung, schön und gebildet und  die geeignete Kandidatin einen König zu ehelichen, aber der Preis ist hoch, zu hoch für Volk und Adel. Sie ist der Faustpfand für den Friedensvertrag von Tours und kostet die Engländer die Grafschaft Maine.

Margerite von Anjou ist 15 Jahre alt, als sie am 23. April 1445 den englischen König Henry VI. heiratet. Henry ist zu diesem Zeitpunkt 24, aber kein starker König wie einst sein Vater. Henry verfiel zeitweise, wie sein Großvater und später seine Mutter, in eine geistige Umnachtung. In dieser Zeit war er nicht fähig, die Regierungsgeschäfte auszuüben. Dann war Margerite gefordert.

Gemeinam mit den Duke of Suffolk führte sie in diesen Zeiten die Regierungsgeschäfte. Nach dessen Tod führte sie in den Krankheitsphasen des Königs die Geschäfte mit dem 2. Duke of Somerset, Edmund Beaufort.

Nach der Geburt ihre Sohnes Edouard musste sie gegen die Gerüchte ankämpfen, er sei gar nicht Henrys Sohn, sondern der Sohn von Edmund Beaufort, der frömmelnde immer kranke König könne gar nicht der Vater sein. Doch Henry hatte ja auch seine klaren Phasen.

Die Kluft zwischen Lancaster und York wurde größer und steuerten direkt auf die sogenannten Rosenkriege zu. Man streute das Gerücht, Henrys Großvater Henry IV hätte den Thron ursurpiert obwohl der Earl of March, Edmund Mortimer einen größeren Anspruch auf den Thron gehabt hätte. Und der Erbe von March ist kein geringer als Richard Plantagenet, Duke of York. Margerite hat es also mit einem starken Gegner zu tun. Vereint sich hinter York die weit verzweigte Familie der Nevilles.

In der ersten Schlacht von St. Albans fiel der König in die Hände der Yorkisten und der Duke von Somerset fiel in der Schlacht.

Henry, inzwischen nur noch Spielball seines Adels, wurde gezwungen seinen Sohn von der Thronfolge auszuschließen und dafür York als Thronerben einzusetzen. Dafür blieb er proforma König, die Regierungsgeschäfte führte aber York. Das konnte Margerite nicht hinnehmen. Sie musste für Ihren Sohn und dessen rechtmäßiges Erbe kämpfen.

In der Schlacht von Wakefield siegten die Truppen Margerites und York verlor nicht nur Schlacht, sondern auch sein Leben. Sein Erbe übernahm nun das Zepter und auch den Thronanspruch.

Nur ein Jahr nach dem Sieg auf dem Schlachtfeld von Wakefield, schlug sie auch den Earl of Warwick in der 2. Schlacht von St. Albans  im Februar 1461, schaffte es aber nicht, den inzwischen von Warwick auf den Thron gehoben Sohn Yorks, Edward VI vom Thron zu vertreiben.  Nur einen Monat später traf man bei Towton wieder aufeinander und Margerite wurde vernichtend geschlagen. Sie floh mit ihrem Sohn nach Frankreich.

Dieser nutzte ihre Zwangslage schamlos aus, stellte ihr 2000 Mann zur Verfügung und verlangte als Gegenleistung Calais. Margerite willigte ein und mit Resten der Lancastrianer die aus England geflohen waren, stellte sie ein stattliches Heer auf. Über Schottland fiel sie in den Norden Englands ein, konnte aber wieder nichts ausrichten und war dadurch wieder gezwungen, sich nach Frankreich zurück zu ziehen.

Hier sollte sich nun eine unerwartete Wende vollziehen. Der Earl of Warwick bot ihr sein Schwert an. Er hatte sich inzwischen mit Edward überworfen. Warwick schaffte das ‚Unmöglich geglaubte, vertrieb Edward von Thron und wieder einmal wurde der „vergessene“ König aus dem Tower geholt und wieder auf Thron gesetzt.

Doch Edward kehrte mit Truppen zurück, schlug Warwick in der Schlacht bei Barnett, während Margerite mit ihren Truppen in landete. Am 04. Mai 1471 trafen die Truppen Margerites und Edwards aufeinander. Margerite und das Haus Lancaster wurden endgültig vernichtend geschlagen, ihr Sohn Edouard auf der Flucht ermordet.

Margerite selbst geriet in Gefangenschaft und wurde für einige Jahre in Wallingford Castle festgesetzt. Erst durch den Einsatz des französischen Königs Louis XI wurde sie freigelassen und lebte fortan zurückgezogen in Frankreich. Am 25. August 1482 starb Margerite von Anjou auf Schloss La Vignolle und wurde in der Kathedrale von Angers begraben.

A.

Hinterlasse einen Kommentar