Sie war die Frau König Richards I. von England, gekrönt zur englischen Königin in Zypern, dennoch betrat sie nie englischen Boden, zumindest nicht zu Lebzeiten Richards.
Wer war diese Frau, über die nur wenig bekannt ist, nicht einmal ihr Geburtsjahr ist bekannt, sie wurde wohl igendwann zwichen 1165 und 1170, als Tochter von Sancho VI., König von Navarra, geboren. Über ihre Kindheit und Jugend ist wenig bis nichts bekannt. Die Beschreibung ihres Aussehens ist wohl eher geprägt von der Annahme, dass alle Königstöchter schön seien. Sie soll dunkle Augen und dunkles Haar gehabt haben, nicht ungewöhnlich für den südländischen Typ. Glaubt man dem englischen Chronisten Richard von Devizes, soll sie eher klug als hübsch gewesen sein. Erzogen wurde sie wahrscheinlich entsprechend den Standards der damaligen Zeit. Es ist also anzunehmen, dass sie im Nähen, der Dichtkunst und der Musik unterwiesen wurde.
So heißt es auch, dass Richard Löwenherz, als er noch Graf von Poitou war, sich bereits in Berengaria verliebt haben soll, und zwar als er einer Turniereinladung von Berengarias Bruder folgte. Ob dieser Umstand ins Reich der Phantasie gehört oder eine Tatsache ist, lässt sich wohl heute nicht mehr belegen.
Ein Jahr nach seiner Krönung beauftragte Richard seine Mutter Eleonore von Aquitanien in Navarra um die Hand Berengarias anzuhalten und diese zu ihm nach Sizilien zu bringen. Warum ausgerechnet Sizilien wird man sich nun fragen, nun, die Antwort ist einfach, Richard brach ja 1189 bereits zum Kreuzzug auf.
Eleonore reiste ihn ihrem hohen Alter also nach Navarra um mit Sancho VI zu verhandeln, wobei es sicherlich nicht einfach gewesen ist, diesen von der Auflösung der Verlobung Alice von Frankreich zu überzeugen. Eleonore war sicherlich auch im hohen Alter noch eine Frau mir Überzeugungskraft und offensichtlich hat sie diese auch in Navarra nicht verlassen. Sie reiste mit Berengaria Sizilien, wo ihre Schiffe zunächst nicht anlegen durften. Es bedurfte wohl einiger Überzeugungskraft Richaards, den sizilianischen König Tankred davon zu überzeugen, dass er Sizilien nicht erobern will, Die Damen warteten währenddessen in Brindisi.
Geheiratet wurde auf Silzilien dennoch nicht, denn es war Fastenzeit. Richard der seine Schwester auf Sizilien befreit hatte, wollte möglichst schnell ins Heilige Land aufbrechen und vergrachtete die beiden Damen auf ein massives aber langsameres Schiff und schickte dieses mit einer kleinen Eskorte voraus, man würde sie schießlich einholen. Allerdings hatte die Armada nicht mit einem Sturm gerechnet, die kleine Flotte der Damen wurde abgetrieben und strandete vor Zypern. Während Berengarias Schiff heil blieb, retteten sich die Überlebenden der zerstörten Schiffe an Land wo sie umgehend verhaftet wurden. Sie konnten sich aber selbst befreien und der zypriotische Kaiser Isaak Komnenos beorderter sein Heer an die Küste. Er war den Kreuzfahrern nicht gerade freundlich gesinnt und wollte so eine Eroberung abwenden. Die beiden Damen aber lud er ein, was diese allerdings ablehnten. Berengaria und Johanna verblieben also auf ihrem Schiff. Bevor der Kaiser die beiden Damen mit Gewalt in seine Hände bekommen konnte, traf Richard ein, befreite seine Verlobte und seine Schwester und eroberte zunächst Limassol.
Am 12, Mai 1191 wurden Richard und Berengaria in Limassol durch Kaplan Nicolas, den spätere Bischof von Le Mans, getraut. Die Braut soll ein weißes Kleid mit einem Brokatmhang getragen haben. Anschließend wurde sie vom Bischof von Evraux zur Königin von England gekrönt. Im Laufe des Mai eroberte Richard die ganze Insel und am 31.Mail 1191 ergab sich dann auch Isaak Komnenos.
Einen Tag später segelte Berengaria mit Johanna weiter nach Akkon. Beide Frauen wohnten der Belagerung und Eroberung Akkons bei und bezogen wenig später mit Richard im Königspalast Quartier. Während Richard seinen Kreuzzug weiterführte, blieben die Damen in Akkon bis sie später nach Jaffa übersiedelten.
Nach Abschluss des Friedensvertrages zwischen Richard und Saladin ging es noch einmal zurück nach Akkon. Dort ließ er Berengaria und Johanna ein Schiff in Richtung Heimat besteigen. Er selbst nahm bekanntlich eine andere Route, was wenig später zu seiner Gefangenenahme führte. Die Beiden Frauen landeten indessen sicher in Brindisi und als sie von der Gefangenennahme erfuhren, suchten sie zunächst Schutz beim Papst in Rom. Papst Coelestin III. empfing die königlichen Damen sehr zuvorkommend und nach ca. 6 Monaten baten sie ihn, ihnen für die Weiterreise nach Frankreich Begleitschutz zur Verfügung zu stellen. In Begleitung eines Kardinals reisten sie zunächst nach Marseille, dann ging es ein Stück mit Alfons II von Aragon weiter bis sie gemeinsam mit Raimond von Toulouse nach Poitou kamen.
Richard kam 1194 frei und kehrte kurz nach England zurück, ohne seine Gattin. Erst in April 1195 sah er Berengaria wieder, auch das Weihnachtfest 1195 begingen beide noch gemeinsam, ob sie sich danach noch einmal wiedersahen ist nicht überliefert. Als Richard 1199, am 06. April starb, war Berengaria nicht anwesend.
Nun es ja hinlänglich bekannt, dass Johann Ohneland seinem Bruder auf dem Thron nachfolgte. Berengaria versuchte nun, die ihr als Königinwitwe zustehende Appanage durchzusetzen. Wie zu erwarten, erfüllte Johann die Forderungen nicht. Berengaria zog alle Register, so dass Johann sich mit ihr treffen musste. Dieses Treffen fand in Chinon 1201 statt. Johann versprach ihr Bayaux udn 2 Burgen im Anjou sowie eine Zahlung von 1000 Mark jährlich. Natürlich kam er auch dieser Abmachung nicht nach.
Als 1204 Eleonore von Aquitanien starb, sollte ihre Mitgift an Berengaria fallen. So erhielt diese vom französischen König Le Mans inklusive aller dazu gehörigen Territorien, um ihre englischen Ansprüche musste sie weiter kämpfen. Nun schaltete ich auch Papst Innozenz III ein und unterstütze Berengarias Forderungen gegenüber John, drohte diesem sogar mit dem Interdikt. Schlussendlich einigte mach sich 1215 auf einen Vergleich, doch als John 1216 starb waren die Schulden gegenüber Berengaria immer noch offen.
England hatte nun einen neuen König, den erst neunjährigen Heinrich III. Ein Regentschaftsrat unter Führung William Marshals übernahm die Handlungsfähigeit für den noch unmündigen König. Dieser Regierungsrat kam den Zahlungverpflichtungen nach und so erhielt Berengaria nun auch zukünftig ihr Appanage.
LeMans wurde nun zu ihrer Heimat. Sie unterstützte die Kirche und Geistlichkeit, auch war sie Miterbin der Güter des Bischofs von Chalon. In der Umgebung von LeMans gründete sie das Zisterzensierkloster L’Epau ind welchem sie nach der Fertigstellung bi zu ihrem Tod 1230 auch lebte. Nach ihrem Tod wurde sie in einem prachvollen Grab in L’Epau bestattet. Heute ruht sie in der Kathedrale von LeMans.
