König ohne Macht

Heinrich der Jüngere oder auch „der junge König“ genannt, war der zweite Sohn von Henry II und Eleanore von Aquitanien. Geboren 1155 im Februar wurden noch im selben Jahr die Barone auf seinen Bruder William und ihn eingeschworen.

Allerdings starb William nur ein Jahr später 1156 und Henry war somit der Alleinerbe. Seine Erziehung lag in den ersten Jahren in den Händen von Thomas Beckett. Im zarten Alter von nur 5 Jahren, also im Jahr 1160 leistete er dem französichen König seinen Lehnseid für die Normandie und wurde mit Prinzessin Margarethe von Frankreich verheiratet.

9 Jahre später erhielt er von Henry II die Besitzungen Normandie, Anjou und Maine übertragen, und da doppelt anscheinend besser hält, leistete er erneut seinen Lehnseine gegenüber Ludwig VII von Frankreich.

Nur Jahr nach der Besitzübertragung der Festlandgebiete ließ Henry II seinen Sohn Henry zum König in Westminster krönen, doch nicht der Erzbischof von Canterbury führte die Krönungszeremonie durch, sondern der Erzbischof Roger von York. Eine mögliche Demonstration königlicher Macht gegenüber Thomas Beckett.

Aber was ist ein König wert, der keine Macht hat. Henry II tat sich schwer, seinem Sohn auch nur ein Stück der Macht abzutreten, geschweige denn zu teilen. Und auch die anderen Söhne. Dieses Fernhalten führte unwillkürlich dazu, das Henry gemeinsam mit seinen Brüdern Richard und Geoffrey gegen ihren rebellierten, unterstützt von ihrer Mutter. Ebenfalls hilfreich zur Seite standen Ludwig VII von Frankreich, Graf Phillipp I von Flandern und William I von Schottland, aber sicherlich nicht aus Nächstenliebe, sondern jeder suchte seinen persönlichen Vorteil.

In dieser Zeit erhielt Henry auch seine Schwertleite, aber nicht von seinem Vater, dem König, sondern von seinem Freund und Tutor, William Marshal, dem wohl berühmtesten Ritter seiner Zeit. Von ihm hat er sicherlich seine Liebe zur höfischen Kultur und vor allem die Ideale des Rittertums zu schätzen gelernt.

Henry II konnte die Revolte niederschlagen, setzte seine Frau gefangen und Richard streckte die Waffen. Was blieb Henry und Geoffrey übrig, sie ergaben sich und versöhnten sich sogar weder mit ihrem Vater. Doch trotz der Versöhnung blieb das Verhältnis der zwischen Vater und seinen Söhnen angespannt.

Henry forderte weiter eine Beteiligung an der Macht ein und Henry II versuchte, seine beiden jüngeren Söhne Richard und Geoffrey auf Henry einzuschwören, weigerten die sich, Henry den Treueschwur zu leisten.
Nun ging es nicht mehr gegen den Vater, sondern gegeneinander. Geoffrey und Henry griffen Richard an, da Geoffrey sich benachteiligte fühlte und Richard Aquitanien nicht gönnte, Richard wiederum erhielt Hilfe von nicht ganz erwarteter Seite, nämlich seinem Vater. Woraufhin Henry seinen Schwager Philipp II von Frankreich um Hilfe bat.

Noch während dieser kriegerischen Auseinandersetzungen erkrankte Henry schwer und starb im Mai 1183 in der Dordogne, an seiner Seite, William Marshal.

Die Plantagenets sind wohl eine der faszinierendsten Familien des Mittelalters. Knapp 250 Jahre in direkter Linie herrschten und 100 weitere Jahre in ihren Nebenlinien.

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