
mit diesen Ausruf beginnt der Mythos um die „Old Lady“, wie die Wartburg auch liebevoll und stolz genannt wird. Ihre Gründung geht wohl auf das Jahr 1067 zurück, erstmalig erwähnt wurde sie um 1080. Sie wurde zur Hauptburg der Thüringer Landgrafen, Heimat der Heiligen Elisabeth, Stammburg eines stauffischen Gegenkönigs, Versteck Martin Luthers und nicht zuletzt trafen sich hier die Burschenschaften um ihren Protest gegen Kleinstaaterei und für einen Nationalstaat kund zu tun.
Der Sage nach befand sich Ludwig der Springer auf der Jagd mit 12 Getreuen. Die Verfolgung des Wildes ließ ihn bis an die Hörsel kommen und auf einen Berg, von dem man weit ins Thüringer Land schauen konnte. Es gefiel ihm so gut, dass er genau an dieser Stelle eine Burg bauen wollte. Aber bedauerlicherweise war dies nicht sein Land und mit seinen 12 Rittern konnte er es auch nur schwerlich besetzen. Also griff er auf eine List zurück. Er ließ Erde aus seinen Ländereien auf den Berg schaffen und seine 12 Begleiter konnten so schwören, dass dies der Boden Ihres Herren ist und steckten ihre Schwerter in diesen.
Ob es sich nun wirklich so zugetragen hat bleibt zu bezweifeln, aber irgendwie ist die Geschichte so schön, dass man sie glauben möchte. Fakt ist, die Burg wurde gebaut und thront noch heute über der Stadt Eisenach.
Ihre erste Erwähnung fand die Wartburg also 1080, aufgrund eines Scharmützels in welchen die Burgbesatzung, im Zuge eines Aufstands gegen den Kaiser, eine Abteilung aus dessen Heer überfiel, woraufhin Ludwig die Burg aufgrund seiner Beteiligung am Aufstand dem Kaiser übergeben musste.
Von Kaiser Lothar von Supplinenburg erhielt der Sohn des Springers die Landgrafenwürde. Ein Landgraf stand über dem einfachen Grafen und war einem Herzog ziemlich gleichgestellt. Somit sind die Thüringer Landgrafen nicht nur ein einfaches Grafengeschlecht sondern nahmen auch Einfluss auf die Politik.
Den wunderschönen Palas der Wartburg haben wir Ludwig II zu verdanken, Ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert sind das Torhaus und die östliche Ringmauer. Überreste der Urburg wurden nicht gefunden. Beider dieser ist davon auszugehen, dass es sich zunächst um eine Holzburg handelte.

Ihre Blütezeit erlebte die Wartburg Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts. Der damalige Landgraf Hermann I und seine Frau Sophia, eine Tochter des Herzogs von Bayern, waren große Förderer der Kunst und der Minne. Dichter und Minnesänger waren gern gesehene Gäste am Thüringer Landgrafenhof, so entstanden dort einige der bekanntesten Werke wie Heinrich von Veldeckes Eneas Roman oder Wolfram von Eschenbachs Willehalm.
An einem Ort, an dem so viele Dichter und Sänger aufeinander treffen, warum sich also nicht in einem Wettstreit messen? Belege für diesen Wettstreit, dem Sängerkrieg auf der Wartburg, gibt es nicht. Aber jede Sage hat bekanntlich ein Fünkchen Wahrheit. Sicherlich sind sich einige dieser großen Männer dort begegnet und wenn nicht, hat diese Geschichte einen andere berühmte Männer inspiriert, Richard Wagner und Ludwig II von Bayern.

Und noch jemand trug zum Mythos der Burg bei. Mit 4 Jahren kam Elisabeth von Ungarn als Braut für Ludwig, dem nächsten Landgrafen, nach Thüringen. Elisabeth war von großer Frömmigkeit und baute am Fuß der Burg ein Hospital, kümmerte sich um Arme und Kranke, sehr zum Missfallen des Bruders ihres Mannes. Als Ludwig IV auf dem Kreuzzug starb, verließ Elisabeth die Wartburg und Heinrich Raspe wurde der letzte Landgraf der Ludowinger. Ein Jahr vor seinem Tod, wurde er von einigen Adeligen zum Gegenkönig Friedrichs II gewählt.
Mit dem Tod Heinrichs Raspes endete also auch die Dynastie der Ludowinger. Die Wartburg verlor an Bedeutung, bis Friedrich der Weise Martin Luther entführen ließ und ihn als Junker Jörg auf der Wartburg vor der Inquisition der katholischen Kirche versteckte. Dieser blieb nicht untätig und übersetze auf der Wartburg die Bibel ins deutsche.
Ein trauriges Kapitel in der langen Geschichte der Wartburg, ist die Inhaftierung Fritz Erbes. Fritz Erbe war ein Anhänger der Täufer und wurde als solcher verhaftet und zunächst im Storchenturm und später in einem Verließ auf der Wartburg gefangen gehalten. Der einzige Zugang zum Verlies soll aus einem Loch im Boden bestanden haben. Er starb auf der Wartburg.
Und wieder versank die Burg in der Bedeutungslosigkeit, bis ein gewisser Geheimrat sie bei seinen Besuchen in und um Eisenach wieder enteckte, sich mit ihrer Geschichte befasste und sogar plante, dort ein Kunstmuseum zu etablieren. Allerdings ließ sein Interesse an der Burg nach, nachdem Jenaer Urburschenschaften dort ein Wartburgfest organisierten.
Anlässlich des 300. Jahrestages der Reformation und in Gedenken an die Völkerschlacht von Leipzig, organisierten die Urburschenschaften auf der Wartburg ein Fest, auf dem sie für einen Nationalstaat und gegen die Kleinstaaterei eintraten. Ihre Fahne ist noch heute auf der Wartburg zu sehen. Seit diesem Zeitpunkt treffen sich die Burschenschaften auf der Wartburg. Da aber in den heutigen Verbindung häufig auch rechtes Gedankengut verbreitet wird, wurde den Burschenschaften der Zutritt zur Wartburg untersagt.
Im Zuge der Romantik wurde die Wartburg restauriert. In dieser Zeit entstanden die wunderschönen Gemälde zur Geschichte und den Sagen rund um die Wartburg von Moritz von Schwindt und auch die Ausgestaltung der Elisabethkemenate mit ihren wunderschönen Mosaiken, die die Geschichte der Heiligen Elisabeth erzählen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann auch der Tourismus zu boomen. Auf dem Burgberg wurde ein Hotel errichtet und eine Straße gebaut. Doch der zunehmende Tourismus hatte auch seine Schattenseiten. Die Ausdünstungen der Besucher beschädigten die Fresken, ließen Pilze und Schimmel wachsen. Ein Expertengremium zum Erhalt der Kunstwerke wurde ins leben gerufen.
Nach dem ersten Weltkrieg und dem Machtverzicht der großherzöglichen Familie entbrannte ein Streit um deren Eigentum, so auch um die Wartburg. Dieser konnte, was die Wartburg betraf, mit der Gründung der Wartburgstiftung beigelegt werden.
Während des Nationalsozialismus sollte die Wartburg nach dem Wunsch des Thüringer Gauleiters „Kulturmittelpunkt des Reiches“ werden. Mit Kriegsende geriet auch die Wartburg unter Beschuss und wurde beschädigt, die Kunstschätze der Rüstkammer von der roten Armee beschlagnahmt, danach verliert sich die Spur dieser wertvollen Kunsetchätze. Zu DDR-Zeiten erfolgten Restaurierungsarbeiten und die Wartburg blieb ein touristischer Anziehungpunkt.
Heute zählt sie zum Weltkulturerbe und zieht jährlich Millionen von Besuchern in ihren Bann. In einer Fernsehdokumentation wurde sie einmal als „deutscheste aller Burgen“ bezeichnet. Aber für ihre Liebhaber ist sie die „Old Lady“.
