„Landgraf werde hart“

Auf einer Jagd wurde der Thüringer Landgraf Ludwig von den Seinen getrennt. Auf der Suche nach Ihnen irrte er durch den Wald und mit einbrechender Dunkelheit sah er ein Feuer. Es war das Feuer einer Schmiede in der Nähe von Ruhla. Ludwig, als Landgraf nicht zu erkennen bat um Unterkunft für die Nacht. Der Schmied ging weiter seiner Arbeit nach und bei jedem Hammerschlag auf den Amboss rief er aus „Landgraf werde hart!“,

Landgraf Ludwig II, der Eiserne, von Thüringen

Soweit ein Auszug aus der Sage „Der Schmied zu Ruhla“ über den Baumeister unter den Thüringer Landgrafen.

Ludwig II von Thüringen war der Sohn des ersten Thüringer Landgrafen. Ludwig I und somit ein Enkel des Wartburggründers Ludwig des Springers. Nach dem Tod seines Vaters erhielt er von Kaiser Konrad II Thüringen als Lehen, da der Ludowinger Konrad seinerzeit bei der Königswahl unterstützte.

Wie stark die Beziehung zwischen den Thüringern und den Staufern war, zeigt sich in der Eheschließung Ludwigs mit Jutta von Schwaben, einer Schwester des späteren Kaisers Friedrich Barbarossa. Mit einer solchen Heirat gehörten die Thüringer zu den Großen des Reiches.

Ludwig galt als gutmütig, was irgendwann dazu führte, dass der Adel ihn nicht wirklich ernst nahm und sein eigenes Süppchen kochte. Sie drangsalierten die Bauern und Leibeigenen oder betrieben Raubrittertum ohne das Ludwig einschritt.

An dieser Stelle erzählt die Sage weiter, dass Ludwig sich die Klage des Schmieds sehr zu Herzen genommen hat und zukünftig hart durchgriff. Der Sage nach, wurden die Übeltäter zur Strafe selbst vor den Pflug gespannt. Aber das gehört wohl eher ins Reich der Phantasie.

Fakt ist, Ludwig griff zukünftig härter durch, was ihm den Beinamen „der Eiserne“ einbrachte.

Mit seinem Schwager Friedrich Barbarossa blieb er bis zu seinem Tod verbunden. Er stand treu an der Seite seines Schwagers gegen Heinrich den Löwen und gegen die Mainzer Erzbischöfe, denen u.a. Erfurt gehörte, oder ging mit ihm auf Feldzüge, wie z.B. gegen Polen. Nach der Rückkehr von diesem Feldzug erkrankte der Landgraf und starb wenig später. Beigesetzt wurde er im Kloster Reinhardsbrunn, dem Hauskloster der Thüriner Landgrafen und ihre bevorzugte Grablege.

Während der Zeit Ludwig II entstand der wunderschöne Palas auf der Wartburg und so schöne Burgen wie die Creuzburg an der Werra oder die Runneburg bei Weißensee.

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