Martinique

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15. Juni 1502 – Der Ausguck meldet Land. Es ist die vierte Reise von Christoph Kolumbus in die neue Welt. Das Land ist eine Insel, die einheimischen nennen sie liebevoll „Madinina“ und bedeutet Blumeninsel.

Heute zahlt man auf Martinique mit Euro, spricht französisch und überhaupt gehört es zu Europäischen Union, denn Martinique ist ein Teil Frankreichs, ein französisches Überseedepartment.

Etwas mehr als 100  Jahre nach der Entdeckung durch Kolumbus wurde die Insel im Auftrag Kardinal Richelieus im Zuge der Gründung der Compagnie des Iles Amerique kolonisiert und kam in deren Besitz. Die Compagnie ging bankrott und die Insel wurde verkauft, an einen Franzosen namens Pierre Belain d‘ Esnambuc. Dieser gründete Fort de France und noch etwas Bedeutendes schuf dieser Mann. Er ließ erstmalig Zuckerrohr auf der Insel anbauen und begründete somit einen für die Insel bedeutenden Wirtschaftszweig.

Die Gründung der französischen Ostindienkompanie änderte das Schicksal der Insel erneut, sie ging in den Besitz der französischen Krone über. Es wurden in der Karibik Kriege geführt, mal gegen Engländer gemeinsam mit den Holländern, dann wieder gegen Holländer und das gemeinsam mit den Engländern.

Während dieser Jahre kam es zu einer fast vollständigen Ausrottung der einheimischen Bevölkerung, doch damit nicht genug, mit dem 1685 verabschiedeten Code noir bestätigte Frankreich die Sklaverei.

In einem kurzen Gastspiel besetzen die Engländer Martinique, von 1762 – 1763.

Im Jahr, 1763, wurde in Fort de France Josephine de Tascher de la Pagerie geboren. Ihre Eltern waren Besitzer einer Zuckerrohrplantage. Na und, wird jetzt der Ein oder Andere denken, es gab sicherlich viele Plantagenbesitzer mit Töchtern. Sicherlich, aber es gab nur eine Tochter, die später als Kaiserin Josephine Berühmtheit erlangen sollte, sie war die Auserwählte von Napoleon.  Auf Martinique liebte man sie weniger, war sie doch eine Verfechterin der Sklaverei.

So schnell  man im Zuge der französischen Revolution mit Ihren Grundwerten  „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ die Sklaverei 1794 abschaffte, so schnell führte Napoleon sie 1802 wieder ein. Im Jahr der deutschen Revolution 1848 wurde die Sklaverei dann endlich abgeschafft. Bürgerkrieg und Sklavenaufstand trugen sicherlich dazu bei.

Im späten 19. bzw. frühen 20. Jahrhundert verwüsteten Naturkatastrophen die Insel. Erst ein gewaltiger Hurrican und ein paar Jahre später gab es auch noch einen verheerenden Vulkanausbruch.

1946 wurde Martinique endgültig zu einem französischen Department. Heute kommen aus Martinique Bananen, Ananas, Rum und nicht zu vergessen Rohrzucker. Aber an all das denkt man bei dem wohlklingenden Inselnamen nicht, wir verbinden mit Martinique, weiße Strände, türkisblaues Wasser und vor allem, Karibik-Feeling.

A.

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  1. Avatar von Kathi Kathi sagt:

    Schöner Artikel!

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